Edgar Einemann

Politisch-wissenschaftliche Kreativität

Kreative Eigeninitiativen basieren auf Spaß an der Produktion - z. B. von Fotos, Texten und Büchern, aber auch von Konzepten und Aktivitäten zur Gestaltung des eigenen Umfelds oder gar zur Beeinflussung der Gesellschaft. Von zentraler Bedeutung sind das persönliches Engagement und die Bereitschaft zur Erbringung von Leistung. Für viele Erfolge sind bei genauem Hinsehen aber immer auch das soziale Umfeld und weitere Personen die Voraussetzung.

 

1961-68

Eine wichtige Grundlage: Leistungssportler in der Fußball-Jugend des SV Werder Bremen, ansonsten "Straßenfußball" im Umfeld des Weser-Stadions. Zeitweilig Kapitän in der Fussball-Jugend. Die Rolle eine gewählten Vertreters war wie die des Klassensprechers prägend. Man war dazu autorisiert, der „Obrigkeit“ (Lehrer, Trainer, Schiedsrichter) quasi von Amts wegen die (auch unbequeme) Meinung ohne Angst vor persönlichen Nachteilen zu sagen.

1966-69

Nach der Investition in eine Spiegelreflex-Kamera viele Fotos z. B. im Weser-Stadion oder bei Demonstrationen mit anschließender Filmentwicklung und Bildproduktion. Zunächst in einem Foto-Labor einer Kirche (gemeinsam mit Jürgen Weidemann), dann in der zur Dunkelkammer umfunktionierten Küche der Eltern.

1969

"Blattmacher" einer unabhängigen Schüler-Zeitung in Bremen. Finanzierung durch Werbung, Verteilung kostenlos. Auflage 10.000. Viel Unterstützung durch andere, aber im Prinzip alles in Eigenleistung: Texte, Fotos, Layout, Anzeigenbeschaffung, Organisation von Druck und Vertrieb,...

1970

Start mit "Sylter Altpapier". Gemeinsam mit Bernd Becker, dem Sohn eines Wertstoffhändlers, Umsetzung der Idee des Recyclings von Altpapier auf der Insel Sylt. Ein kleiner LKW und eine Papierpresse kamen auf die Insel, das Altpapier wurde von Geschäften abgeholt. Es gab eine Geschäftsidee, aber kein Geschäftsmodell. Am Ende war das Projekt nicht rentabel.

1975-1980

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im ersten von der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft geförderten Projekt an der Uni Bremen. Das "Werftprojekt" unter Leitung von Prof. Dr. Michael Schumann gilt auch wegen der Methoden-Innovation als (zumindest kleiner) Meilenstein in der Geschichte der industriesoziologischen Forschung. Auf Basis der Grundlagenforschung erfolgte im Rahmen des Projekts im Kooperationsbereich zwischen Uni und Arbeiterkammer (KUA) eine "Rückkoppelung" an Werftarbeiter, die nicht als bloße Objekte der Forschung gesehen wurden. Projektergebnisse wurden in Veranstaltungen vorgestellt, es gab Seminare und Filme, für deren Produktion sich Werftarbeiter mit uns und den Filmemachern an den Schneidetisch gesetzt haben.

1981-85

Projektleiter im "KUA", einem "Sonder-Institut" der Uni Bremen, einem politischen "Denktank". Entwicklung (gemeinsam mit Edo Lübbing) von neuen strategischen Ansätzen und ihre Umsetzung in Konzepte für die politische Erwachsenenbildung. (Ein Teil des Hintergrundwissens war im "Werftprojekt" gewonnen worden).Viele bundesweit beachtete Publikationen u. a. zu neuen Öko-Technologien, zur Humanisierung der Arbeit, zur Rüstungskonversion und zur kommunalen Beschäftigungspolitik. Aktivitäten in der längerfristigen betriebsnahen politischen Bildungsarbeit (unterstützt von Adolf Brock) unter Beteiligung von Arbeitern und Angestellten. Über die "Frankfurter Rundschau" wurden oft zehntausende von Lesern erreicht.

1987-89

Aufbau eines Vereins für die ökologische Stadtteilgestaltung ("Unser Peterswerder") aus dem SPD-Ortsverein heraus. Als Mitglieder wurden Bürger aus dem Stadtteil mobilisiert, Mitarbeiter aus Mitteln der Arbeitsbeschaffung finanziert. Es gab z. B. Baumpflanzungen, Verbesserungen für die Spielplätze und Aktionen zur Müllvermeidung. Ähnliche Aktivitäten hat später das Ortsamt als öffentliche Aufgabe übernommen.

1988-92

Für die Ortsvereinsarbeit wurde ab 1988 konsequent ein Computer (PC) eingesetzt. Zusammen mit einem aktiven Mitglied (Peter Weisenbach, beruflich IT-Berater) habe ich Bausteine einer Ortsvereinssoftware ("OV-Soft") entwickelt und eine Mailbox getestet - das war damals ein über die Telefonleitung anrufbarer Computer, von dem Daten abgerufen werden konnten. Eine Idee war der Aufbau einer politischen Online-Datenbank (POLIS). Hintergrundwissen wurde in einem Forschungsprojekt an der Hochschule Bremerhaven zum Einsatz von Computern in der Parteiarbeit gewonnen. Im Rahmen der Ausstellung "Lebendiger Ortsverein" auf dem Bremer Bundesparteitag der SPD im Mai 1991 haben wir unsere Lösungen vorgestellt. Weniger als ein Jahr später konnte ich einige Ideen als IT-Chef der Gesamtpartei in Bonn (gegen viele Widerstände) zumindest teilweise umsetzen. Ein Beispiel für den schnellen Weg einer Innovation aus der Nische ins Zentrum des Geschehens.

1992-93

Das Projekt ""SPD 2000" hatte für die SPD 1992 eine zentrale Bedeutung. Es ging um die organisatorische Modernisierung der Partei, die damals noch ca. 900.000 Mitglieder hatte. Für dieses Projekt hatte ich als hauptamtlich zuständiger Abteilungsleiter in der Parteizentrale eine besondere Verantwortung. Von der "Groß-Innovation" der Direktwahl des Parteivorsitzenden durch die Mitglieder war ich allerdings nicht überzeugt.   

1965-71

Zeitweilig Klassensprecher und Schülersprecher,
Mitarbeit an der Schulzeitung

1965-71

Zeitweilig Klassensprecher und Schülersprecher,
Mitarbeit an der Schulzeitung

1965-71

Zeitweilig Klassensprecher und Schülersprecher,
Mitarbeit an der Schulzeitung

1965-71

Zeitweilig Klassensprecher und Schülersprecher,
Mitarbeit an der Schulzeitung