Edgar Einemann

Das Homepage-Anliegen

Lernprozesse: Erkenntnis statt Opportunismus

Das 2023 vorgelegte Buch stellt den aktuellen Erkenntnisstand des Autors vor. Die Homepage dokumentiert den langen Weg zu diesem Buch, der 1968 in der Schulzeit mit ersten kritischen Analysen der Gesellschaft begann. Es ging immer um die frühe Wahrnehmung von Problemen und Trends, die Nutzung von Ressourcen zur Entwicklung von Konzepten und Lösungen, die Überprüfung der Ideen in der Praxis und deren Umsetzung. Vorgestellt werden Beiträge eines kritischen Sozialwissenschaftlers, der sich für Strukturen, Zusammenhänge, Entwicklungen und Veränderungen der Gesellschaft interessiert. Es geht um Ideen und Positionen zur Gestaltung von Technik, Wirtschaft und Politik auf Basis von fundierten (und häufig empirisch orientierten) Analysen.

Die inhaltlichen Beiträge aus den letzten 55 Jahren geben Hinweise auf den jeweiligen "Zeitgeist". Vermittelt wird dabei auch ein Einblick in heute kaum noch nachvollziehbare politische Diskussionen über das kapitalistische System und seine Überwindung. Ein Beispiel: an der als „rote Kaderschmiede“ bezeichneten Bremer Universität des Jahres 1971 galten Mitglieder der SPD, egal welcher Richtung, als „Rechtsaußen“. Sie waren bei den Studierenden eine kleine Minderheit; die große kommunistische Mehrheit wünschte die „Diktatur des Proletariats“ und organisierte sich bei den moskau-nahen Stalinisten oder den Maoisten unterschiedlicher Schattierungen. Gegenstand vieler Debatten war die Frage nach dem optimalen Gesellschaftssystem der Zukunft. In der SPD gab es bei den Jusos einen Flügel, der ernsthaft der Ansicht war, die DDR sei per Definition demokratisch, weil sich ja die Produktionsmittel in der Hand des Volkes befinden würden.

Natürlich haben sich im Laufe der Jahrzehnte die Themen und Sichtweisen verändert. Es gab auch bei mir Irrtümer und Fehleinschätzungen, die nicht explizit aufgearbeitet wurden. Politisch war der bis zum Ende der achtziger Jahre dominierende verengte „nationale Blick“ ohne wirkliche Reflexion der Globalisierungsprozesse und ihrer Folgen sicher eine große Schwachstelle. Die dokumentierten Texte zeigen Themenverschiebungen und politische Lernprozesse – aber ohne abrupte Brüche, wie man sie bei vielen ehemaligen Kommunisten (z. B. beim Wechsel vom maoistischen KBW zu den Grünen oder von der stalinistischen DKP zur SPD) erlebt hat.

Zum persönlichen Hintergrund: Nach dem Studium der Sozialwissenschaften an der neu gegründeten Universität Bremen dort 13 Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter (zunächst in einem DFG-geförderten Forschungsprojekt zur Industriearbeit, dann Entwicklung und Erprobung von Konzepten für die politische Erwachsenenbildung). Danach fast 30 Jahre Professor an der Hochschule Bremerhaven (Informatik und Gesellschaft). Politisch: Aus der APO des Jahres 1968 zu den Jusos und in die SPD, Delegierter zu Bundeskongressen und Parteitagen, Mitautor von Grundsatz- und Wahlprogrammen, Ortsvereinsvorsitzender und Landesvorstandsmitglied, Abteilungsleiter in der Bonner Parteizentrale der SPD (1992/93). Seit 2013 nach 45 Jahren in der SPD parteilos.

© 2026 Edgar Einemann ---------------------------------- Impressum und Kontakt-------------------------------------------------Home